Rückblick auf den Mitarbeiterausflug am 4. Juli 2009 ins obere Donautal

Wo liegt Kloster Heiligkreuztal?

Über Blaubeuren gelangte unsere 30-köpfige Reisegruppe ins obere Donautal. Bald schon war der Ort Riedlingen als Orientierungspunkt ausgemacht und ein Storchenpaar konnte im Nest auf dem Dach bewundert werden. Kurz nach 13.00 Uhr versammelten wir uns im Münster St. Anna zu einer liturgischen Andacht. Passend zu dem historischen Gemäuer hieß es in einem Text: "... Lass dich aufbauen als lebendiger Stein zu einem geistigen Haus, das erbaut wird nach dem Plane Gottes." Unser Lobgesang hatte wohl durchaus Chorqualität, so die Einschätzung unserer Führerin, welche uns anschließend in die Geschichte von Kloster Heiligkreuztal einführte. Alle waren erstaunt über das Lebenswerk der Veronika von Rietheim. Als 25. Äbtissin des 1227 gegründeten Klosters führte sie dieses im 16. Jahrhundert zu hoher Blüte. Ihr Epitaph befindet sich wie die Äbtissinnengalerie im Kreuzgang. Künstlerischer Hauptakzent ist das auf 1312 datierte Chorfenster aus Konstanzer Werkstatt. Im Morgenlicht der Sonne soll es zu besonderer Geltung kommen. Das kostbarste Werk der Klosteranlage ist die "Christus-Johannes-Minne" aus dem Jahr 1310. Nach der Besichtigung eines ehemaligen Nonnenzimmers gab es im Speisesaal Kaffee und Kuchen. Wir waren erstaunt, was die Stefanus-Gemeinschaft an Renovierungsarbeiten geleistet hat. Sie hat die Klosteranlage im Jahr 1972 übernommen, nachdem 1804 die Säkularisation das Klosterleben beendet hatte und die Anlagen zweckentfremdet wurden und im Laufe der Jahre verfielen.

 

Mit dem Bus ging es weiter in das nur 5 km entfernte Freilichtmuseum Heuneburg. Bei Sonnenschein konnten wir den herrlichen Ausblick von der Lehmziegelmauer über das Donautal genießen. Zu Beginn der Führung mussten wir vor dem Regen in den Schutz des großen Herrenhauses flüchten. Dort hörten wir von der Besiedlung des Heuneburgplateaus in der Eisenzeit und über das Leben der Kelten zu jener Zeit. Bei der Besichtigung von Wohnhaus, Speicher und Werkstatt konnten wir uns den Alltag jener Vorfahren bildhaft vorstellen. Der Bericht über den regen Handel mit Waren, die auf dem Weg über das heutige Marseille von Griechenland zur Heuneburg fanden, half uns bei der Vorstellung, wie bedeutend diese Siedlung einst gewesen sein muss. Da wurden einst Spezialisten in verschiedenen handwerklichen Fertigkeiten ausgebildet. So muss diese Mustersiedlung des Kettenfürsten weit in das Umland ausgestrahlt haben.

 

Wahlweise ging es dann mit dem Bus oder zu Fuß entlang der Donau nach Hundersingen in den Brauerei-Gasthof "Adler". Ausgeruht und gestärkt folgte als i-Tüpfelchen die Rückfahrt über das große Lautertal und die Münsinger Alb.

 

Diakon Wolfgang Ockert

 

Bilder: Wolfgang Ockert und Heinrich Spieler