Bildbetrachtung Andreas

Dreipass "Andreas mit dem Triumphkreuz" im Chor der Michaelskirche Heiningen

Andreas mit dem Triumphkreuz

Im Chor der Michaelskirche gibt es 5 sogenannte "gotische Dreipässe" im Sternennetzgewölbe. Neben "Maria mit dem Kind" gibt es noch die Darstellungen "Michael der Seelenwäger", "Johannes der Täufer", den "Heiligen Wolfgang" und den Apostel "Andreas mit dem Kreuz".

 

Diesmal soll zum Thema "Kunst in der Michaelskirche" das Augenmerk auf "Andreas mit dem Kreuz" gelegt werden. Wir sehen einen Mann mittleren Alters mit wallendem Vollbart und vollem, rotbraunem Haar. Er hat ein schlichtes, bäuerliches Gewand an. Er trägt vor sich ein Kreuz. Man nennt es auch das "Andreaskreuz". Er präsentiert das Kreuz. Es hat die Form eines großen X, ein Christusmonogramm. Der griechische Buchstabe CHI steht für Christos, der Gesalbte, also für Christus. Man nennt dieses Kreuz auch "crux decussata". Der Apostel Andreas ist der jüngere Bruder des Simon Petrus. Beide stammen aus Bethseida (Joh. 1,44). Ihr Vater hieß Jonas. Die beiden waren Fischer und wohnten in Kaphernaum. Andreas war ursprünglich ein Anhänger Johannes des Täufers. Von Christus wird Andreas als erster Jünger berufen, darum der östliche Beiname "Protoklitos". Sein griechischer Name bedeutet übersetzt: tapfer, mannhaft. Er soll in Patras unter dem Statthalter Aegeas am 30.11.60/62 gekreuzigt worden sein. Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte betet Andreas als Begrüßung des Herrenkreuzes den sog. Kreuzeshymnus "0 bona Crux, diu desiderata, sollicite amata" – "0h gutes Kreuz, lange erwartet, heiß geliebt." Vom erhöhten Kreuz soll Andreas bis zum Eintritt seines Todes noch 2 Tage lang den Umherstehenden gepredigt haben.

 

Pfarrer Harald Wagner